Presseartikel im Mittwochsjournal

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Das Mittwochsjournal veröffentlichte am 13.07.2011 folgenden Artikel über den Skatclub "Beckdorfer Buben".

Ganz sicher keine Luschen

Foto: Harms Es ist eine Religion mit 32 Karten - Skat. Die "Beckdorfer Buben" treffen sich jeden Mittwoch, um ein gepflegtes Spielchen zu riskieren. Wie mit Papier gedroschen wird, warum Reizen etwas Entspannendes ist und dass auch Frauen bei den "Beckdorfer Buben" willkommen sind, steht in der Reportage auf Seite 11.

Seite 11:

Mit flinken Fingern werden die 32 Spielkarten gemischt.

Mit "Oma-Blatt" entspannt gereizt

Mauern, reizen, ramschen: "Beckdorfer Buben" sind Skat-Asse

 

Von Karin Harms

 Jeden Mittwochabend wird im Sozialraum der Beckdorfer Sporthalle zünftig Skat gedroschen.

Beckdorf. "18?" - "Ja!" - "20?" - "Ja!" -"2?" - "Ja!": Am Speiltisch von Markus Dockweiler "rauchen" die Köpfe und schwirren die Zahlen durch den Raum. Voll konzentriert reizt der Vereinsvorsitzende des Skatclubs "Beckdorfer Buben" sein Blatt aus und ringt um den Skat, die beiden zusätzlichen Karten, die noch geheimnisvoll mit der Rückseite nach oben in der Mitte des weißen Tisches liegen.

Normalerweise treffen sich im Sozialraum der Sporthalle "Auf dem Delm" in Beckdorf die Sportler nach dem Training. Jeden Mittwochabend ab 19:30 Uhr sind die fünf Tische aber von den Mitgliedern des Skatclubs "Beckdorfer Buben" besetzt.

"0?" - "Ja!" - "4?" - "Ja!" - "7?" - "Ja!", geht das Reizen munter weiter und schraubt sich langsam in schwindelerregende Höhen. Am Nebentisch werden derweil mit flinken Fingern die 32 Karten gemischt, mit einem kräftigen "Plopp" gestapelt auf den Tisch gehauen, abgehoben und verteilt. Ja nach Kartenglück lehnt sich der Spieler entweder gelassen genüsslich

in seinem Stuhl zurück oder blickt kritisch mit gerunzelter Stirn über den Brillenrand auf die wohlsortierten Spielkarten in seiner Hand. "Beim Skatspielen ist viel Psychologie dabei", sagt Markus Dockweiler lachend. Wer seine Mitspieler genau beobachtet, kann dabei Rückschlüsse auf ihr Blatt ziehen. "Wer sich schon mal nach vorne beugt, wird gleich im nächsten Spielzug die Karte stechen", weiß der skatbegeisterte Beckdorfer Ober-Bube. Auch wenn es rund zweieinhalb Billionen Möglichkeiten gibt, die 32 Karten für das Spiel zu mischen: Ein reines Glücksspiel ist Skat, das vor rund 200 Jahren in Altenburg in Thürigen

aus dem Spiel "Schafskopf" entstanden ist, nicht. Im Gegenteil: "Skat ist ein taktisches Spiel, für das man logisch denken muss", beschreibt Markus Dockweiler und bringt damit seine Begeisterung für diese Form des Karten-Dreschens auf den Punkt. Er selbst stammt aus einer begeisterten Skat-Familie und hat die Regeln als Zehnjähriger von seinem Vater und Großvater gelernt. Ein Gesellschaftsspiel als Familientradition. "Bei uns zu Hause wurde bei jeder Gelegenheit Skat gespielt", erinnert er sich. Seine Frau Claudel hat er längst mit dem Skatfieber angesteckt. Seinen zehnjährigen Sohn auch. Beide befinden sich damit in guter Gesellschaft, denn rund 20 Millionen Deutsche beherrschen das Spiel mehr oder weniger gut. Etwa jeder zweite Mann und jede 20. Frau. 40 000 von ihnen sind in einem Verein wie den "Beckdorfer Buben" organisiert.

"63?" - "Ja!" - "66?" - "Ja!" - "70?" - "Ja!" - "72?" - kurzes Zögern: "Weg!" "Da bleibt mir ja nur ein Grand", sagt Dockweiler - und schnappt sich den Skat vom Spieltisch. Anschließend sortiert er seine Buben, denn sie sind in diesem Spiel jetzt die höchsten Karten. "Riskant", murmelt einer seiner Mitspieler. Doch Dockweiler kassiert kein "Kontra" und spielt gelassen die Flöte runter. Nach kurzer Zeit hat er sein Spiel gewonnen. "Oma-Blatt" - kommentieren seine Skatkollegen. Anschließend werden die entscheidenden Spielzüge noch einmal ausgiebig munter diskutiert und die erreichten Punkte aufgeschrieben. Dass hier wieder mal die Buben Trumpf waren, ist gar keine Frage. Auf jeden Fall die "Beckdorfer Buben".

Mitspieler willkommen

Vor fünf Jahren wurde der Skatclub "Beckdorfer Buben" mit sechs Spielern gegründet. Heute hat der Verein 30 Mitglieder, darunter vier Frauen. Der Altersdurchschnitt liegt bei 46 Jahren. Seit 2010 gibt es eine Jugendabteilung. Neben dem sportlichen Ehrgeiz kommt auch die Geselligkeit mit Sommerfest, Preisskat und Vereinsausflug nicht zu kurz. Neue Spieler sind mittwochs ab 19.30 Uhr im Sozialraum auf der Rückseite der Beckdorfer Sporthalle "Auf dem Delm" immer willkommen. Sie müssen nicht aus Beckdorf stammen. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.beckdorfer-buben.de.

 

 Freut sich über neue Skatkollegen: Markus Dockweiler

 Claudel Dockweiler ist eine von vier Frauen bei den "Beckdorfer Buben".

   
© Skatclub "Beckdorfer Buben"